ST. MICHANS - DUBLIN

der Text des Mini-Guide und Audio-Guide

Inmitten der heutigen Dubliner Innenstadt zeugt die St. Michan Kirche fast ein Jahrtausend der christlichen Geschichte und Tradition.

Ursprünglich wurde die Kirche am Hiberno-nordischen Platz der neben einem alten Eichenwald grenzt und über den Fluß Liffey führt, „außerhalb“ der Stadt und Burg erbaut. Sie diente den Wikingern, die von der Stadt vertrieben wurden, als Zuflucht. Über fünf Jahrhunderte blieb sie die einzige Kirche in Dublin, die sich nördlich des Flußes befindet.

Obwohl St. Michan heute von Industriegebäuden und Mehrfamilienhäusern umgeben ist, bleibt sie eine aktive Kirchengemeinde von Irland und ein Teil der weltweiten Anglikanischen Kirchengemeinschaft.

Für viele liegt die Hauptattraktion des St. Michan unter der Erde, in den Gewölben der Krypta. Wagen Sie sich auf eine schmale Steintreppe in das Innere der dunklen und schlecht beleuchteten Natursteingewölbe unter der Kirche. Als Besucher begegnen Sie einem gewölbten Raum, mit langen, schmalen Galerien und Kammern auf beiden Seiten. Einige sind private Gewölbe, die mit Eisentüren oder Fallgittern gesichert sind, während andere offen bleiben. Durch die Gitterstäbe von einigen Gewölben können sie Särge wild umher liegen sehen. Die meisten der gut erhaltenen mumifizierten Körper waren Einwohner Dublins, die im Laufe des 17.- 19. Jahrhundert gelebt haben.
Im Laufe der Jahrhunderte hat sich die Kirche verändert, die Gewölbe unter der Kirche sind die gleichen geblieben und alles was drinnen lag wurde langsam mumifiziert. Es gibt eine Reihe von Theorien, warum die Leichen in der Krypta so gut über die Zeit erhalten wurden und nicht im Sarg zerfallen sind. Eins, die trockene Atmosphäre & Kalkwände der Krypta haben bis heute die ausgetrocknete Haut ihre Bewohner weitgehend intakt gehalten, obwohl eine dicke Staubschicht jede mumifizierte Leiche bedeckt.

St Michan wurde ursprünglich gebaut, um einer vielfältigen nordischen Bevölkerung, die sich außerhalb der Stadtmauern an der nördlichen Seite des Flusses Liffey, neben einer alten geblieben ist) wurde größtenteils aus Holz gebaut, von der dänischen Kolonie in Oxmanstown und zwar während des Jahres 1095 und wurde dann erst im Mai von 1096 offiziell geweiht. Die Eichenwald befand, zu dienen. Die ursprüngliche Struktur (von der jetzt nichts mehr übrig Widmung "Michan" ist unsiche, aber möglicherweise ist es dänisch, nach einem dänischen Bischof der diesen Namen trug; die Berufung auf historische Texte jedoch deutet darauf hin dass es möglich ist, das Michan auch ein irischer Märtyrer und Beichtvater gewesen sein konnte.

Im Jahre 1541 hat Henrik der VIII. die St Michan Kirche zu dem Priester der Kathedrale der heiligsten Dreifaltigkeit zugewiesen. St Michan ist ab 1544 unter der direkten Verwaltung der Kathedrale der heiligsten Dreifaltigkeit. Im Jahre 1643 und später im 1649 war John Parker zu dem Domherr der Kirche und zum Kaplan von Lord Ormonde gennant. Er wurde von Cromwells Commonwealth später eingesperrt. Nach seiner Freilassung floh er nach England und in seiner Abwesenheit diente der Commonwealth-Minister Daniel Neylan anstatt. Entsprechend der puritanischen Theologie der Zeit wird es angenommen, dass die heiligen Sakramente nicht gefeiert sind, der Altar und Baptisterium wurden von der Kirche vollständig entfernt. Kirchenbänke wurden im Altarraum nach unten positioniert und das Kirchenschiff mit dem ganzen Fokus des ganzen Diesntes auf die Kanzel. Kirchenbänke wurden zentral und nicht direkt neben dem Altar positioniert.

Im Jahre der Krönung von Charles II im 1660, kommt Parker zurück nach Irland und dient als Erzbischof von Dublin (1679-81). Nach dem Tot von Parker wird Daniel Neylan wieder der Domherr von St Michan.

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ST. MICHAN’S ÄUSSERES UND INNERES:
St Michan’s Zinnenturm aus dem 15. Jahrhundert ist das einzige hinterbliebene mittelalterliche Element des gegenwärtigen Gebäudes. Ein Großteil der übrigen Kirchenstruktur stammt aus dem Jahr 1685 und war das Objekt einer beträchtlichen Restauration während des frühen 19. Jahrhunderts und wieder nach dem irischen Bürgerkrieg.

Während dieser Restaurationen wurde der alte Altar abgerissen und die beiden Querschiffe wurden von dem Hauptteil der Kirche getrennt. Darüber hinaus wurden sowohl die nördlichen als auch die südlichen Emporen mit den ursprünglichen Verkleidungen wieder hergestellt. Obwohl im Inneren die alten Nave Kasten-Kirchenbänke umgebaut und ihre Türen entfernt wurden, erscheint der Innenraum seit den viktorianischen Zeiten ein wenig verändert und behält heute das Aussehen eines Gerichtssaals bei. Trotzdem ist noch viel von der ursprünglichen Struktur der Kirche vorhanden.

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DIE GLASFENSTER:
St. Michan wurde 1922 während der Bombardierung der nahen Four Courts Komplexe im irischen Bürgerkrieg beschädigt. Das Fenster an der Ostseite der Fishamble Street, das im Jahr 1878 aus der Kirche des Heiligen. Apostels Johannes gebracht wurde, wurde dabei zerstört. Mit der Zeit wurde es durch Klarglas und später im Jahr 1958 durch die vorliegende Glasmalerei des dreitiligen Altabildes aus St. Matthias in Dublin ersetzt.

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ALTAR & ALTAR TAFEL:
Heute ist St. Michan’s Altar mit der “Roten Altar Abdeckung” bedeckt, die ursprünglich aus der königkichen Kapelle des Dubliner Schlosses stammt. Mit der Schließung der königkichen Kapelle nach der irischen Unabhängigkeit wurde die Altar Abdeckung verkauft, später aber von einem lokalen Marktstand zurückgewonnen und restauriert.

Die Kirchenaltar Tafel enthält einige von Dublins ältesten noch vorhandenen Altartafeln, einschließlich zweier Kelche aus der Zeit vor der Reformation. Nachdem sie mehr als ein Jahrhundert sicher aufbewahrt wurde, ist die historische Tafel von St. Michan jetzt in der Nähe der Christ Church Cathedral ausgestellt.

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DIE KANZEL:
Jetzt im hinteren Teil der Kirche ausgestellt, wurde die Kanzel im Jahr 1724 in Auftrag gegeben und ursprünglich mit einer "Rolltreppe" gebaut, die in der Lage war, mehrere Menschen auf den Schultern zu transportieren. Während die ursprüngliche Plattform ausgetauscht wurde, blieb die ursprüngliche Treppe vorhanden

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DER BÜßER SCHREIBTISCH:
Ebenfalls aus dem Jahr 1724, wurde der Büßer Schreibtisch – ein Kirchenmöbestück auf zwei Ebenen, das aus Eichenholz gebaut wurde, im 18. Jahrhundert zum Zweck eines öffentliches Geständnisses der Büßer verwendet.

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DIE TAUFBECKEN:
Um 1700 gab St. Michan aus dem Vermächtnis eines Gemeindemitglieds ein Taufbecken in Auftrag. Es ist eine relativ einfache Konstruktion, deren Boden gefleckt ist, um wie Marmor zu erscheinen. Im Jahr 1729 wurde hier der irische Redner und Parlamentarier Edmund Burke getauft. Eine zweites Becken , das auch ausgestellt ist, wurde von der Schwesterkirche St. Michan’s, St. Andrew’s, gespendet.

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DIE ORGEL:
Die Orgel, die im hinteren Teil derr Empore aufgestellt wurde,wurde vom Instrumentenmacher John Baptiste Culvillie zwischen 1723 und 1725 zum damaligen Preis von £ 470 (ca. 550 €) gebaut. Sie wurde im Jahr 1877 und anschließend 1952 restauriert. In der aktuellen Orgel, ist das ursprüngliche Organgehäuse, das aus dem 18. Jahrhundert stammt untergebracht.

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DIE KRYPTA UND DIE GEWÖLBE:
In der unter der Erde gelegenen Krypta liegen in separaten Gewölben mehrere verfallene Särge ohne Deckel und freigelegte mumifizierte Leichen, die mit Staub bedeck sind. In einem Gewölbe bedinden sich drei Särge: ein einfach als “unbekannt” bezeichnetes weibliches Skelett - ohne Aufzeichnung oder einen Namen; das Skelett eines Mannes, der als der “Dieb” bekannt ist, dessen beide Füße abgeschnitten sind und dem eine Hand fehlt, das ungefähr aus dem Jahr 1710 stammt; und schließlich der verfallene Sarg mit dem weiblichen Skelett einer "Nonne".

Abseits gelegen ist ein zerfallener Sarg, der die Skelettreste von einer 800 Jahre alten Mumie, dem “Kreuzfahrer”, beinhaltet, die über 2m groß (6½ft) groß ist – es wird angenommen, dass es sich um die Leiche eines Soldaten handelt. Seine Beine scheinen gebrochen und unter ihm versteckt zu sein, damit er in den kleinen Sarg passt, während eine seiner Hände etwas angehoben geworden zu sein scheint. Diese Mumie, mit der zweifelhaften "Hintergrundgeschichte" ist bis heute so etwas wie ein Glücksbringer. Besucher der Gewölbe wurden einmal aufgefordert, seine Hand zu berühren und sogar schütteln. Obwohl mehrere Gewölbe in der dem kryptischen Komplex vorhanden sind, sind nur zwei für die Öffentlichkeit zugänglich.

Von 1660 bis in die Neuzeit
Während des Endes des 17. Jahrhunderts führte die Zunahme der Bevölkerung in Dublin zu einer steigenden Nachfrage nach Grundstücken, weil die neuen wohlhabenden Bürger außerhalb der traditionellen Grenzen rund um Dublin Castle umzogen. Im Vorgriff auf diese Trends, legte Sir Humphrey Jervis ein neues Straßenbild nördlich des Flusses Liffey fest, und diese Entwicklungen führten zur Bildung von zwei neuen Pfarreien, St. Paul und St. Maria im Jahre 1686. Die aktuelle Struktur von St. Michan stammt circa aus dem Jahre 1685, als es zu den wichtigsten Kirchenneugestaltungen kam, was als Ergebnis einen Stil der Neorenaissance hatte, welcher das Ankommen einer neuen, wohlhabenden Gemeinde reflektierte.
Weitere Kirchenrestaurierungen fanden zwischen 1723-5 und erneut im Jahr 1767 statt und erforderten den Wechsel eines großen Teils der Decke in diesem Jahr. Da das Konzept der regelmäßigen Wartung und Reparatur von alten Gebäuden, noch als "unbekannt" gilt, war es nur eine Frage der Zeit bevor Bedenken über ernsthafte Verschlechterunge der gesamten Infrastruktur des Gebäudes erscheinen. Dies führte schließlich am Anfang von 1825 zur Entscheidung der Kirchensakristei, dass St. Michan sofort in einen Zustand der guten Reparatur gesetzt werden oder durch ein neues Gebäude ersetzt werden soll. Letztendlich führte dies zur tatsächlichen Schließung von St. Michan in einer Dauer von drei Jahren. Während dieser Zeit unterging es einem tiefgreifendem Programm der Wiederherstellung und Erneuerung des Kirchenraumes. Überraschend für diese Zeit, wurden die internen Arbeiten mit wenig Beschädigung des Originalstoffs abgeschlossen.
Trotz dieser Ereignisse war für die St. Michan Gemeindekirche das 19. Jahrhundert im Wesentlichen ein Jahrhundert des Niedergangs, mit einer weiteren Bewegung der Stadtbevölkerung südwärts, was zu einer Verringerung in Gemeindenummern führte. Doch etwas unerwartet, waren die letzten Jahre des Jahrhunderts der Beginn eines „touristischen Interesses“ für St. Michans Tresorräume und die ungewöhnlichen Eigenschaften seiner Bewohner

1798 - Ein Revolutionsjahr
Henry Scheren (geb. 1753) und sein Bruder Johannes (geb. 1756) waren beide Anwälte in Cork, die während eines Besuchs in Paris im Jahre 1792 zusammen in die Turbulenz, die die damalige Französische Revolution war, reingezogen wurden. Nachfolgend, bei der Rückkehr nach Dublin Anfang 1793 wurden sie Teil der Gesellschaft der Verinigten Iren (Society of United Irishmen). Mit Frankreichs Erklärung des Kriegs an Großbritannien und damit auch im Weiterem an Irland, inspiriert durch das revolutionäre Frankreich und in Angst vor Unternehmensgemeinschaften verbot die irische Administration, kurzerhand die Gesellschaft im Jahre 1794. Da viele der Führer der Vereinigten Iren bereits in Untersuchungshaft bis zum Frühjahr 1798 waren, und da sich der vorgeschlagene Datum des Ausbruch der Rebellion näherte, wurden die Brüder Sheares zu den "Castle Behörden" durch Informanten verraten. Ende Mai festgenommen und angeklagt und etwa fünf Wochen später wurden die beiden Brüder vor Gericht gestellt und danach kurzerhand als Verräter von Newgate hingerichtet, und zwar nach der traditionellen Methode wurden sie gehängt, gezogen und geviertelt, am Tag der Bastille, 1798.
Sie wurden in den Gewölben des nahe gelegenen St. Michan begraben, wo eine Gedenktafel, die die Harfe der Vereinigten irischen Bewegung enthält an ihr Opfer erinnert. Die Gewölbe unterhalb von St. Michan sind noch zusätzlich mit dieser revolutionären Zeit der irischen Geschichte verbunden, weil sie als die viel berüchtigte und geheime Grabstätte von Robert Emmet, dem Führer eines im Jahre 1803 gescheiterten Aufstandes gelten. Dies gilt auch als der letzte Ort der Ruhe des Abbildes, welches die Todesmaske des Theobald Wolfe Tone darstellt.

Die Krypta und ihre Tresorräume
Unter der Erde, in einer trockenen und schwach beleuchteten Umgebung liegen mehrere, von zahlreichen Besuchern ersuchten und zugrunde gehenden Särge ohne Sargdeckel. Diese enthüllen die mumifizierten Leichen mit einer zum Teil straffen, ledrigen und Staub bedeckten Haut.
Drei dieser Särgen liegen parallel, in der Nähe vom Haupteingang in die Tresorräume: Ein weibliches Skelett auf der rechten Seite wird einfach als "unbekannt" bezeichnet; in der Mitte ist das Skelett eines Mannes, dessen beide Füße abgeschnitten sind und dem eine Hand fehlt und der als "Dieb" bekannt ist; während auf der linken Seite ein verfallender Sarg liegt, der das weibliche Skelett einer "Nonne" enthält. Hinten, entlang der Rückwand, von den anderen Mumien abgesesetzt, liegt der zerfallende Sarg, der Skelettreste, so heißt es, einer 800 Jahre alten Mumie, des "Kreuzfahrers" enhält und die, so wird es angenommen eigentlich die Leiche eines Soldaten ist. Der „Kreuzfahrer“ ( the 'Crusader') war für diese Zeit fast ein Riese und zwar war er über 2m groß (6½ft). Seine Beine scheinen gebrochen und unter ihm versteckt zu sein, damit er in seinem kleinen Sarg reinpassen kann und eine seiner Hände ist leicht gehoben. Besucher wurden einmal ermutigt, seine Hand zu berühren und sogar zu schütteln. Wie er es geschafft hat, während des Mittelalters zu sterben, und doch am Ende in einer in c. 1685 gebauten Krypta in Dublin mumifiziert zu werden, ist vielleicht ein noch größeres Geheimnis! Obwohl mehrere Gewölbe im Gruftkomplex vorhanden sind, sind nur zwei offfen für die Öffentlichkeit und die allgemeine Betrachtung.

Die Legende besagt, dass Bram Stokers Dracula zum Teil durch die Anziehung des Schriftstellers, die er in seiner Kindheit zum Gewölbe von St. Michan hatte, inspiriert wurde. Das geschah zwar während der Besuche des Familiengrabs seiner Mutter, welches sich innerhalb des Kirchenfriedhofs befand. Es ist auch bekannt, dass er später einige der alten irischen Legenden über seine vorchristliche Vergangenheit erforschte, insbesondere Abhartach, die originale männliche Vampirlegende, die stehend und auf den Kopf gestellt in Glenuilin, Co Derry begraben wurde. Der Name bedeutet "Grabmal des Zwergs" (aus dem Gälischen, laght-abhartach), da dieses bösartige, bluttrinkende Monster, welches auch schwarze Magie praktizierte von kleiner Statur war. Die alten Druiden bezeichneten ihn als "roten Blutsauger ', da er letztlich nur getötet werden konnte, nachdem er mit einem Schwert aus Eibenholz durchbohrt und auf dem Kopf stehend begraben wurde. Der Name Dracula bedeutet "böses Blut" (aus dem Gälischen droch-fhola, ausgesprochen droc'ola).

Hier ist die Audio:
WILLKOMMEN
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ST. MICHANS ÄUSSERES UND INNERES
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DIE GLASFENSTER
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ALTAR & ALTAR TAFEL
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DIE KANZEL
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DER BUSSER SCHREIBTISCH
6
DIE TAUFBECKEN
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DIE ORGEL
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DIE KRYPTA UND DIE GEWOLBE